Dr.Ulrich Dietl
Klaus-Groth-Schule
Neumünster


Didaktisch-methodische Bemerkungen
zum JavaScript-Programm "Farbenraten"


Die Idee zu diesem Einführungsbeispiel für den Grundkurs Informatik 11.Jg stammt von Brigitte Menell aus der Lehrerweiterbildung des IPTS Schleswig-Holstein. Es wurde dort mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Delphi bearbeitet. Es verbindet die Möglichkeit, Einblick in die Darstellung von Farben im RGB-System zu gewinnen und zu üben, mit Elementen der Spiel-Programmierung.

Ich habe mich für meinen diesjährigen Kurs für eine Version in JavaScript/HTML entschieden, um neben der algotithmischen Arbeit eine Einführung in die Nutzung des Internets, einfache Elemente der Erstellung von HTML-Seiten und die Arbeit mit mehreren Software-Werkzeugen auf dem Rechner im lokalen Netzwerk der Schule zu vermitteln.

solche "Neben-Ziele" waren u.a.
Das Hauptaugenmerk lag, wie es auch bei einer Realisierung in Delphi o.ä. gewesen wäre, auf der Strukturierung des Problems ausgehend von der Funktionsbeschreibung und der weitgehend vorgegebenen Oberfläche. Dies lässt sich vorgegebenem HTML-Rahmen im Wesentlichen analog zu der Arbeit mit einer grafischen Entwicklungsumgebung durchführen. Der HTML-Teil wurde lediglich nach und nach gelesen und mit dem im Browser sichtberen Ergebnis verglichen. Das sollte zu einem passiven Sprachverständnis für HTML-Code führen, das es erlaubt, die Bedeutung der einzelnen Tags zu verstehen und kleine Änderungen vorzunehmen.

Die eigentliche Problemlösung unterhalb der Programmoberfläche wurde in JavaScript ausgeführt, um den unmittelbaren Bezug zu den HTML-Seiten auch schon beim Editieren herzustellen. Von der Verwendung von Java zur Erstellung eines Appletts wurde deshalb abgesehen. Ein Nachteil ist dabei sicher die weniger stringente Syntax. JavaScript ist allerdings hinreichend klar objektorientiert, um als erste Einführung in das Programmieren mit Objekten zu dienen. Für weitere Vorhaben soll auf eine klarere Sprache (Delphi oder evtl. Java)umgestiegen werden. Dem Spracherwerb kommt daher in diesem Beispiel keine zentrale Bedeutung zu. Es wurde versucht, eher prinzipielle Gesichtspunkte (Funktionen mit und ohne Rückgabewert, Variable, Lokalität, Typen, Objekt, Ereignis, Darstellung von Farben, Umwandlung von Zahldarstellungen...) in den Vordergrund zu stellen und Probleme mit der Syntax "tief zu hängen".

Als algorithmische Elemente treten lediglich Wertzuweisungen, Terme, Funktions(Prozedur)-Vereinbarungen und -Aufrufe sowie einfache, bedingte Anweisungen auf. Schleifen sind durch die Ereignissteuerung des Ablaufs nicht nötig. Sie werden in folgenden Problemstellungen eine Rolle zu spielen haben.

Auf der Seite der Datenstrukturen wird mit Eigenschaften vorgefertigter Objekte gearbeitet, es werden lokale und globale Variable sowie eine einfache Parameterübergabe verwendet. Die Datentypen integer, real, boolean und string werden verwendet. Dabei ist im Zusammenhang mit der Ein- und Ausgabe die Umwandlung von integer-Werten in Zeichenketten (zur Hexadezimaldarstellung) und umgekehrt ein Anlass über unterschiedliche Datentypen nachzudenken.

Die zu lösenden Grundlagenprobleme (Wie bekommt man Zufallszahlen im Bereich 0..255? Wie kann die Rateleistung bewertet werden?) zeigt deutlich, dass mathematische Grundlagen wesentlich bei der Modellbildung sind. Sie drängen sich jedoch nicht so sehr in den Vordergrund, dass der Eindruck entsteht, Informatik sei nur Mathematik im Computer.

In wie weit die Schülerinnen und Schüler diese Absichten erkennen konnten und ob die Motivationslage wirklich so gut ist wie erhofft, kann ich noch nicht abschließend beurteilen. Ebenso habe ich bisher nur Eindrücke zur mündlichen Leistung. Eine Klausur steht für die nächste Zeit an und die Schülerinnen und Schüler werden im Anschluss an die Einheit gebeten, Ihre Eindrücke darzustellen.

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